Mitglied werden


Mitglied werden, kann jeder interessierte, männliche Student aus dem deutschen Sprach- und Kulturraum.

Mitglieder müssen nicht unbedingt bei uns wohnen.

Wer bei uns einzieht, muss nicht sofort Mitglied werden.

Bei Interesse, kommt einfach bei uns vorbei.

Wir informieren Euch gerne in persönlichen Gesprächen oder auch auf schriftlichem Wege, z.B. per Mail an: info@vdst-marburg.de .

Um Euch schon einen kleinen Einblick zu ermöglichen, haben wir einen kleinen Erlebnisbericht hier veröffentlicht:


"Als ich die Zusage für den Studienplatz in Marburg bekam, fuhr ich umgehend dorthin um ein Zimmer zu suchen. Die Ernüchterung stellte sich aber schnell ein, als mir bewusst wurde dass die Wohnungssituation, gelinde gesagt, nicht gerade die beste ist. So blieb mir nach einer Woche intensiven Suchens nichts anderes übrig, als die Studentenverbindungen abzuklappern, in der Hoffnung, dort ein Zimmer für ein halbes Jahr zu bekommen.

Natürlich hatte auch ich nicht gerade wenige Vorurteile, was Studentenverbindungen betrifft. Diese bezogen sich ausschließlich darauf, „was man so hört“, selber hatte ich jedoch noch nie Kontakt zu Korporationen gehabt.

So begab ich mich dann auf diverse Häuser, wobei ich sagen muss, dass diese ersten Kontakte eher gemischter Natur waren. Das Begrüßungsritual war überall ähnlich: kurze Hausführung, dann in den Kneipsaal, „ein Bier trinken“, um dabei die vielen Fragen über Verbindungen zu klären. Dabei wurde mir die gesamte „Palette“ vermittelt: Aus einem Bier wurden schnell schon mal sechs Bier, bis ich dann endlich gehen konnte, auf anderen Häusern wurde ich über die gesamte Entwicklung der Studentenverbindungen seit Aristoteles aufgeklärt, was locker drei Stunden dauerte. Auch wenn das sehr interessante Eindrücke waren, war mir schnell klar, dass das nicht die Orte waren, wo ich ein halbes Jahr meines Lebens fristen wollte.

Das nächste Haus, an dem ich vorbeikam, war das Haus des VDSt zu Marburg. Der erste Eindruck, den ich mir auf dem Haus machen konnte, war „nüchternerer“ Natur, da ich kein Bier aufgedrängt bekam. Nach der obligatorischen Hausführung wurden mir mehrere freie Zimmer offeriert. Der entscheidende Faktor war nicht (nur) der im Zimmer vorhandene Talblick, sondern der sympathische Eindruck der sogenannten Aktivitas. Ich entschied mich, der Sache eine Chance zu geben. Die Entscheidung kurze Zeit später einzuziehen bedeutete sich der Verbindung „auszuliefern“. Es änderte sich…nichts.

Als Hausbewohner war ich in der Lage, das Verbindungsleben von außen zu betrachten und mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen, wie das Leben in einer Verbindung wirklich ist. Mir bot sich ein buntes Programm, von Bowling- und Billiardabenden über geschichtliche und politische Vorträge (z.B. über Regenerative Energien, oder „Die Polizei im demokratischen Verfassungsstaat“, vorgetragen von einem ehemaligen Polizeidirektor, aber auch über Themen wie „Krank durch Bewegungsmangel“), bis hin zu traditionellen Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Feuerzangenbowle-Abend mit Filmvorführung. Dadurch bekam ich auch die Gelegenheit, „Alte Herren“, also Mitglieder, die früher auf dem Haus des VDSt gewohnt haben und sich auch heute noch aktiv am Bundesleben beteiligen, kennenzulernen.

Fünf Monate später trat ich bei und lernte Pflichten und Verantwortung zu übernehmen.

Natürlich ist es nötig Zeit in das Verbindungsleben zu investieren, jedoch ist dies stets Freizeit, nicht Studienzeit. Erklären lässt sich dies durch die stark zusammenhaltende Gemeinschaft, in der sich ein jeder gerne stark macht.

Ein Gemeischaftsleben ist von Grund aus anders als ein Leben allein in einer 15 qm² Wohnung. Der Umgang mit den anderen fremden Hausbewohnern und die allgemeine neue Situation des Selbständigseins sind sowohl ungewohnt als auch lehrreich. Das Verbindungsleben ist nicht zu vergleichen mit dem Leben in einer normalen WG, weil man als Verbindungsstudent höhere Ziele verfolgt, wie z.B eine angemessene politische Bildung, Selbstständigkeit, vernünftiger sozialer Umgang mit Mitmenschen (der in der heutigen Gesellschaft leider immer weiter in den Hintergrund tritt) und selbstsicheres Auftreten, was sowohl dem Studium als auch dem darauf folgenden Berufsleben in hohem Maße zugute kommt.

Mein persönliches Fazit nach dem ersten Semester ist, dass, auch wenn ich erst seit kurzem dabei bin, ich mir sicher sein kann, die richtige Entscheidung getroffen zu haben."

Roman Wegmann, eingetreten WS 02/03